cevennen Reise in die Ardeche





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Flora und Fauna

Flora und Fauna in den Cevennen sind überaus vielfältig: mehr als 2000 Pflanzenarten sind hier ebenso zuhause wie Wildschweine, Hirsche und Rehe.
Die reich gegliederte Landschaft der unteren Ardeche beherbergt als Besonderheit zahlreiche Tiere, die auf Felswände, -spalten und -höhlen angewiesen sind.
Nicht weniger als 18 Arten Fledermäuse findet man hier; im Norden des Departements sind dagegen nur 4 Arten heimisch. Selten sind die Wimper-, langfuß-, Fransen-, Mops-, Bulldogg- und Bechsteinfledermaus, häufiger das Große und das Kleine Mausohr, das Graue Langohr, die Zwergfledermaus und die Langflügelfledermaus.
Geradezu ideal sind die Bedingungen für die Wasserfledermaus, der man in der Dämmerung oder in klaren Mondnächten bei ihrer schnellen Jagd über der Wasseroberfläche zuschauen kann.
Dohlen, Mauer- und Alpensegler sowie Felsenschwalben brüten kolonienweise, Blaumerlen einzeln in den Felsnischen, die auch Kolkrabenpaare für den Nestbau nutzen.

Unter den Greifvögeln trifft man Schlangenadler, Mäusebussard, Habicht, Sperber, Schwarzmilan. Es gibt Uhus, Sperlingskäuze, Waldkäuze und Schleiereulen.
Die Stars des Schutzgebiets sind jedoch der seltene Habichtsadler und der Schmutzgeier . Durch verschiedene Maßnahmen - z. B. Bewachen der Horste während der Brutzeit, Auslegen von Futter, Information der Jägerschaft - wird versucht, sie vor dem Aussterben zu retten. Im Nationalpark der Cevennen, der 1985 von der UNESCO zum "Biosphärenreservat" ernannt wurde überfliegen sogar Gänse- und Mönchsgeier die grandiose Landschaft.
Um 1940 ausgerottet, wurden nach mehreren Jahren sorgfältiger Vorbereitung die ersten fünf Paare im Dezember 1981 über der Jonte-Schlucht ausgesetzt. Weitere folgten, und die Vögel haben mehrmals gebrütet. Zentrum der mittlerweile etwa fünfzig- bis sechzigköpfigen Bestands sind die Brutfelsen oberhalb von Truel, wo die Geier regelmäßig mit Schlachtabfällen und Aas gefüttert werden. Allein könnten sie sich heute nicht mehr versorgen, da die Schaf- und Rinderherden auf dem Causse wesentlich kleiner als früher sind und Kadaver nicht mehr einfach liegengelassen, sondern entsorgt werden. Am besten können die Vögel vom Informationszentrum in Truel oder vom Rand des Plateaus oberhalb des Dorfs aus beobachtet werden.


Ebenso heimlich wie faszinierend ist die Ginsterkatze. Die gefleckte Schleichkatze mit dem langen Ringelschwanz soll mit den Sarazenen nach Europa gekommen sein und lebt vorzugsweise in felsigem Gebiet unweit des Wassers. Das nachtaktive Tier ist vorwiegend westlich der Rhone verbreitet. Ginsterkatzen sind an und für sich geschützt, geraten aber immer wieder in Fallen, die Füchsen und Mardern gestellt werden.
Wer bereits im Morgengrauen auf den Beinen ist, entdeckt im Tal der Ardeche möglicherweise Biber.
Auf den trocken heißen Kalkebenen gedeihen typische Garrigue-Pflanzen: Thymian , Lavendel, Rosmarin, verschiedene Zistrosen- und Wolfsmilcharten, Ginster, Terpentinpistazie, Wacholder.
Karg und im Sommer beinahe verdorrt, verwandelt sich die Garrigue im Mai und Juni in einen
farbenfrohen Blumengarten mit zahlreichen Orchideen und Zwiebelpflanzen. Dank ihrer wasserspeichernden Organe überleben sie die sommerliche Durststrecke. Dazu gibt es unzählige Schmetterlinge und Insekten.

Auch Reptilien sind wärmeliebend, und mit etwas Glück können wir eine Perleidechse beim Sonnenbaden beobachten. Mit einer Gesamtlänge bis 70 cm ist sie die größte Eidechse Europas.
Auch die Eidechsennatter zählt zu den Charaktertieren der Garrigue, hält sich aber auch häufig in Wassernähe auf. Diese bis 2,5 m lange Trugnatter übertrifft an Größe sämtliche Reptilien Europas und befindet sich in der Ardeche am Nordrand ihres Verbreitungsraums. Wegen ihrer Scheu und den weit hinten im Oberkiefer sitzenden Giftzähnen wird sie Menschen kaum gefährlich.

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